Schmerzen beim Hund

Welche Bedeutung haben Schmerzen und wie erkennt man Schmerzen beim Hund?

Was sind Schmerzen?

Schmerzen habe eine wichtige Funktion im Körper: Sie signalisieren einen akuten Handlungsbedarf.

Schmerz ist definiert als eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung verbunden mit tatsächlicher oder potenzieller Schädigung eines Gewebes. Ebenso zählt zu Schmerz, wenn die beschriebenen Erfahrungen lediglich von den Betroffenen empfunden werden (Definition nach: International Association for the Study of Pain).

Schmerzen sind damit subjektiv:

  • Ein Hund kann bereits bei einer Klette im Fell Schmerzen empfinden oder erst bei einer klaffenden Wunde. Man geht davon aus, dass es beim Schmerzempfinden rassespezifische Unterschiede gibt.
  •  Ein Dritter – etwa der Halter – kann lediglich Vergleiche mit eigenen Erfahrungen machen – ob der Hund (oder ein anderes Lebewesen) ebenso empfindet, kann nicht beurteilt werden.

Das Tierschutzgesetz schreibt in § 1 vor, dass niemand ohne vernünftigen Grund einem Tier Schmerz, Leid oder Schäden zufügen darf. Schmerzen bedeuten also einen Handlungsbedarf für den Hundehalter.

Schmerzen beim Hund zu erkennen ist allerdings manchmal schwierig:

  • Die Schmerztoleranz wird bei Hunden höher eingeschätzt als beim Menschen.
  • Als Erbe des Wolfs ist der Hund zudem bemüht, Schmerzen nicht zu zeigen. Dies gilt besonders für chronische Schmerzen.

„Hunde vergessen ihren Schmerz, wenn sie abgelenkt werden, sie lassen sich dennoch zum Spielen und Laufen oder zur Arbeit motivieren.“ erläutert die Kleintierklinik Hannover [1].

Daraus folgt: Zeigt der Hund Schmerzen, sind diese meist sehr stark und eventuell schon über längere Zeit vorhanden. Lediglich bei einem akut auftretenden Schmerz (der Hund tritt sich einen Dorn in die Pfote) ist es für den Halter relativ leicht, den Schmerz eindeutig zu erkennen und zu lokalisieren.

Grundsätzlich wird zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden.

Akute Schmerzen

Akuter Schmerz hat eine Warnfunktion und tritt in Folge eines akuten Ereignisses auf. Bei einem Dorn in der Pfote leiten die Nervenfasern den Schmerz unmittelbar an das Gehirn weiter und es erfolgt eine entsprechende Reaktion (z. B. Zurückschrecken und Schonhaltung).

Anzeichen für akuten Schmerz sind z. B.

  • aufjaulen, winseln, jammern
  • hecheln
  • zittern
  • Schonhaltung.
Schmerzzone bei akutem Schmerz
Beispiel: Schmerzzone bei akutem Schmerz

Chronische Schmerzen

Von chronischem Schmerz spricht man, wenn Schmerzen länger als 3 Monate anhalten.

 Bei chronischen oder sehr starken Schmerzen verändert sich die Schmerz-Weiterleitung in den beteiligten Nervenbahnen. Dies hat langanhaltende und weitreichende Folgen.

Vergleich: Aus einem Bach (Nervenbahn) mit einer Quelle (Verletzung) wird ein breiter Strom mit mehreren Zuflüssen im Quellgebiet.

Das bedeutet: Die Schmerztoleranz in dem betreffenden Körperteil nimmt ab, selbst kleinste Reize können zu überproportionalem Schmerzempfinden führen (Schmerzgedächtnis). Chronischer Schmerz ist daher im Prinzip sinnloser Schmerz, da er keine „echte“ Warnfunktion mehr hat. Der Schmerz wird Teil des Krankheitsbildes (er wird deswegen auch als pathologischer Schmerz bezeichnet). Das „Einzugsgebiet“ für Schmerzreaktionen vergrößert sich. Der Hund reagiert nicht mehr (nur) am Ursprungsort des Schmerzes spontan auf Berührung, sondern auch in anderen Körperbereichen. Die Lokalisation von chronischem Schmerz kann somit sehr schwierig sein.

Schmerzzonen bei chronischem Schmerz
Beispiel: Schmerzzonen bei chronischem Schmerz

Bei Schmerzen wird eine Schonhaltung angenommen: Der Hund belastet z. B. eine Pfote nicht mehr so stark. Hierdurch entstehen Muskelverspannungen, die ebenfalls schmerzhaft sein können und die genaue Lokalisation des ursprünglichen Schmerzes zusätzlich erschweren.

Chronische Schmerzen treten zum Beispiel bei fortschreitenden Gelenkerkrankungen auf. Sowohl die Erkrankung als auch die Veränderungen in Folge des Schmerzes nehmen langsam und schleichend zu. Chronischer Schmerz ist daher durch den Hundehalter schwer zu erkennen und bleibt oft unbemerkt. Gezeigte Schmerzanzeichen werden vielleicht auch falsch interpretiert: „Der Hund wird alt und ruhiger.“

Aufjaulen bei bestimmten Bewegungen kann ein Anzeichen sowohl von akutem als auch chronischem Schmerz sein.

Ebenso wie akuter Schmerz reduziert chronischer Schmerz die Lebensqualität des Hundes.

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Probleme bei der Beurteilung

Schmerzen beim Hund festzustellen, liegt in erster Linie in der Verantwortung des Halters. Hierbei ist neben dessen Beobachtungsgabe auch von Bedeutung, was dieser „sehen möchte“. So wurde in verschiedenen Studien festgestellt, dass häufig bei Behandlungen mit Placebos seitens der Halter Verbesserungen festgestellt wurden, die mit objektiven Kriterien nicht belegbar waren. Verschiebt ein Halter einen Arztbesuch nach dem Motto „Erst mal sehen, ob es besser wird“, läuft er daher Gefahr, dass er Verbesserungen sieht, die de facto nicht vorhanden sind. Zudem können akute Schmerzen in ein chronisches Stadium übergehen (siehe oben). Die Feststellung und Lokalisation der Schmerzen werden hierdurch erschwert.

Exkurs: Schilddrüsenunterfunktion

Einige der weiter unten aufgeführten Schmerzanzeichen werden auch als Symptome einer beginnenden Schilddrüsenunterfunktion gewertet. Durch die schmerzerzeugende Krankheit und / oder den resultierenden Stress können zudem die Schilddrüsen-Werte erniedrigt sein. Durch den Schmerzstress und das Ansteigen analyserelevanter Proteine können auch die Werte von TAK [Thyreoglobulin-Antikörper] oder TH-AK [Schilddrüsenhormon-Antikörper] (messtechnisch) ansteigen. Dieses Phänomen nennt man NTI [Non-Thyreoidal-Illness]. Dies kann dazu führen, dass fälschlicherweise zunächst auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin behandelt wird. Hierdurch kann die zugrundeliegende Krankheit verschlimmert werden, im günstigsten Fall findet lediglich keine Besserung der Erkrankung statt. Daher ist vor einer Substitution immer eine sehr gründliche Anamnese wichtig.
Wird der Hund substituiert, sollte nicht jede Veränderung als Anzeichen einer falschen Dosierung interpretiert werden, sondern auch überprüft werden, ob die Veränderungen durch Schmerzen verursacht werden.

Anzeichen von Schmerzen

Schmerzen können sich durch viele – und z. T. widersprüchliche Anzeichen – äußern. Durch eine genaue Beobachtung des Hundes können Veränderungen erkannt und Schmerzen schon früh wahrgenommen werden. Je besser man seinen Hund kennt und beobachtet, umso schneller fallen selbst geringe Schmerz-Anzeichen auf.

Im Folgenden sind beispielhaft einige Anzeichen von Schmerzen zusammengestellt. Je nach Hund und betroffenem Körperteil können die Anzeichen stark variieren.

Die folgende Untergliederung ist nicht immer eindeutig, manche Anzeichen können auf sehr verschiedene Schmerzursachen hindeuten. So können Erkrankungen innerer Organe zu Schmerzen im Bewegungsapparat führen.

Verhalten

Bei Schmerzen verändert sich das Verhalten des Hundes mehr oder wenig deutlich. Allerdings können Verhaltensänderungen auch sehr viele andere Ursachen haben.

Aktivität und Bewegung

Bei sich langsam entwickelnden Gelenkerkrankungen wird der Hund langsam ruhiger und bewegt sich weniger. Der Hund liegt viel und ist nicht mehr „Hans Dampf in allen Gassen“. Wegen der schleichenden Entwicklung registriert der Halter die Anzeichen teilweise nicht oder spät. Erst wenn der Hund zunehmend schlapp und antriebslos wird, fallen die Veränderungen auf.

Beispiele: Der Hund schläft mehr, als sonst (oder als ein Hund vergleichbaren Alters). Ist es Zeit zum Spazierengehen, ist er deutlich weniger freudig und motiviert als bisher. Auf dem Spaziergang ist er weniger aktiv, rennt seltener oder gar nicht mehr. Spiele werden vermieden oder bewegungsarm ausgeführt. Zum Beispiel bringt der Hund den Ball nicht mehr wie gewohnt zurück, sondern verharrt am Ball. Der Hund ermüdet schnell, legt sich bei kurzen Pausen hin oder lehnt sich an die Beine des Halters.

Teilweise wird eine bestimmte Gangart bevorzugt. Hoppelt der Hund beim Rennen wie ein Hase (beide Hinterbeine gleichzeitig) ist das ein deutliches Zeichen für Schmerzen.

Andererseits kann ein Hund mit Schmerzen auch eine gesteigerte Aktivität zeigen. Er wirkt z. B. ruhelos und nervös. Manche Hunde sind hyperaktiv und laufen (und jagen) beim Spaziergang mehr als früher. In diesem Fall bekämpft der Hund die Schmerzen mit der Endorphin-Ausschüttung bei der Bewegung [Endorphine sind körpereigene schmerzstillende oder -lindernde Substanzen]. In diese Kategorie sind auch das intensive Belecken oder Bekauen von eigenen Körperteilen oder Gegenständen sowie andere Zwangsstörungen und Stereotypien einzustufen. Manchmal werden die bearbeiteten Gegenstände auch aggressiv verteidigt.

Auch häufiges Wälzen kann auf Schmerzen hindeuten und ist nicht immer Ausdruck von „Lebensfreude“.

Schlaf und Körperpositionierung

Bei Schmerzen können veränderte Schlafgewohnheiten oder Störungen im Schlaf-/Wachrhythmus auftreten. Manchmal werden bestimmte Liege- oder Sitzpositionen bevorzugt. Vorwiegend wird die schmerzende Seite als Liegeseite bevorzugt. Manchmal tritt auch ein häufiger Wechsel der Liegeposition auf. Gegebenenfalls werden bestimmte Liegeplätze vermehrt aufgesucht und andere vermieden (z. B. kältere oder wärmere Plätze).

Die Sitzhaltung kann sich verändern: Der Hund sitzt nicht mehr gerade, sondern immer leicht schräg.

Stimmung und Verhalten

Manche Hunde wirken „depressiv“ und freudlos. Häufig ist eine niedrige Stress- und Frustrationstoleranz feststellbar.

Unsicherheit, Angst, Aggression oder auch Schreckhaftigkeit können auf Schmerzen hindeuten.

Manche Hunde ziehen sich zurück und vermeiden den Kontakt zu anderen Hunden und / oder zum Halter. Berührungen werden durch Ausweichen oder Aggression vermieden. Hierzu zählen auch Berührungen durch den Halter wie Streicheln, Bürsten, Anziehen von Geschirr / Halsband, Reinigen der Pfoten etc.. Fremde Hunde (oder Menschen) werden heftig angebellt oder weggeschnappt. Zuckt der Hund bei Berührung einer Körperstelle zusammen oder kann beim Pfoten abtrocknen das Gleichgewicht nicht mehr halten, ist eine Schmerz-Ursache eindeutig. Schnappt der Hund als vorbeugende Abwehr wegen des befürchteten Schmerzes nach dem Halter, wird dies manchmal als „grundlose Aggression“ falsch interpretiert.

Im direkten Kontakt beschwichtigt der Hund bzw. zeigt Übersprungshandlungen wie züngeln, schmatzen oder gähnen. Schmatzen und gähnen können jedoch auch unabhängig von Konfrontationen gezeigt werden, z. B. wenn sich der Hund auf seinem Liegeplatz befindet.

Schmerzen beim Aufstehen - typisches Schmerzgesicht
Schmerzen beim Aufstehen – typisches Schmerzgesicht

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Andere Hunde mit Schmerzen sind dagegen sehr halterbezogen und weichen dem Halter nicht von der Seite.

Bei Borreliose können – vorwiegend abends – massive Ängstlichkeit oder Aggression auftreten. Aggressionen können hierbei aber auch aufgrund von Gelenkschmerzen und starken Kopfschmerzen (siehe unten) in Verbindungen mit Berührungen auftreten.

Drangwandern

Unter Drangwandern versteht man einen ruhelosen, mechanisch wirkenden Bewegungszwang. Stößt der Hund dabei auf ein Hindernis oder gerät in eine Raumecke, drückt er gegen den Widerstand oder verharrt längere Zeit stumpf am Ort. Die Laufbewegungen sind mehr oder weniger deutlich nach einer Seite hin ausgerichtet. Dies kann ein nur leichter Trend in eine Richtung sein, aber auch zum Laufen enger Kreise führen.

Drangwandern ist Anzeichen verschiedener neuronaler Störungen und immer sehr ernst zu nehmen.

Allgemeinbefinden

Beim Allgemeinbefinden können zahlreich Symptome auf Schmerzen hindeuten. Alle Symptome treten aber nicht nur bei Schmerzen auf, sondern können viele Ursachen haben. Eine genaue Abklärung ist daher wichtig.

  •  zittern
  • Fell: schuppig, fettig, glanzlos – matt, struppig, in bestimmten Regionen aufgestellte Haare
  • Haarausfall, manchmal nur in bestimmten Regionen, den Head-Zonen. Die Head-Zonen stellen Hautabschnitte dar, die eine nervale Verbindung zu bestimmten Organen haben und deren „übertragene Schmerzen“ spiegeln.
  • Tachykardie [beschleunigte Herzfrequenz]
  •  Bluthochdruck
  • beschleunigte Atmung
  • andauerndes, scheinbar grundloses, Hecheln
  • Appetitverlust
  • unkontrollierter Harn- / Kotabsatz, Verlust der Stubenreinheit
  • Husten beim Aufwachen oder bei Erregung
  • schwankender Gang
  • blaue Zunge bei Anstrengungen
  • starkes speicheln.

Der Geruch des Hundes kann sich ändern. Die Hautdrüsen sondern bei Stress vermehrt Sekrete ab, welche zu Änderungen des Geruchs führen.

Bei langanhaltenden Schmerzen ist oft Gewichtsverlust feststellbar. Andererseits kann aber auch aufgrund der reduzierten Bewegung bei gleichbleibender Futteraufnahme eine Gewichtszunahme erfolgen.

Aufgrund reduzierter Bewegung nimmt die Muskulatur ab. Wegen der Schonhaltung kann die Muskulatur (dennoch) in anderen Bereichen zunehmen.

Kopfschmerzen: häufiges Kopfschütteln oder andrücken des Kopfes an Gegenstände deuten auf Kopfschmerzen hin. Auch Lichtempfindlichkeit und Berührungsempfindlichkeit am Kopf zählen zu den Anzeichen.

Ohrenschmerzen können sich in häufigem Kopfschütteln, Kopfschiefhaltung, unnatürlicher Stellung eines Ohres oder beider Ohren und / oder kratzen an den Ohren zeigen. Auch scheinbarer Ungehorsam („Befehlsverweigerung“) kann ein Anzeichen von Ohrenproblemen sein. Bei geschwollenen Ohrmuscheln oder Ausfluss ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Augenprobleme können sich z. B. zeigen durch

  •  einen hervortretenden Augapfel,
  • zugekniffene Augen,
  •  geschwollene Lider,
  • Lider, die nicht vollständig geschlossen werden,
  • Augenausfluss,
  • gerötete Augen,
  • eingetrübte Augen.

Hinweise:
Erblindet ein Hund, kann dies teilweise so gut durch den Hund kompensiert werden, dass dem Halter die Erblindung nicht auffällt.
Trockene Augen können sehr schmerzhaft sind und müssen behandelt werden.

Bauchschmerzen äußern sich u. a. durch buckeln, strecken, vermehrtem speicheln, lecken, knabbern. Teilweise wirkt der Bauch hart und / oder hochgezogen. Manchmal verweigert der Hund „Sitz“ oder „Platz“.

Die Gebetshaltung wird bei der Spielaufforderung und beim Strecken nach dem Aufstehen gezeigt – tritt sie jedoch in unpassenden Situationen auf, sollte unverzüglich eine Tierarzt aufgesucht werden.

Gebetshaltung - Vorderkörpertiefstellung
Gebetshaltung, Quelle: Erste Hilfe beim Hund [2]

Auch ein Strecken nach hinten (anstatt nach vorne wie bei der Gebetshaltung) kann Schmerzen signalisieren.

Schmerzgesicht

Geweitete Pupillen sind ein deutliches Anzeichen für Angst und Schreck, aber auch für starke Schmerzen.

Weniger deutlich ist das Schmerzgesicht (siehe Bild oben): Das Gesicht wirkt verkrampft, starr und angestrengt. Im Stirnbereich sind Falten erkennbar. Manchmal sind auch Vertiefungen unter den Augen vorhanden. Die Ohren hängen herab, bei Rassen mit hängenden Ohren zeigen sich situationsbedingt nur minimale oder keine Veränderungen der Ohrstellung.

Zahnschmerzen

Zahnschmerzen sind manchmal gar nicht wahrnehmbar. Hinweise auf Zahnschmerzen ergeben sich, wenn der Hund (bestimmte) Kauartikel oder bestimmtes Futter verweigert und bevorzugt Weichfutter frisst. Manchmal kaut der Hund auch vermehrt an (bestimmten) Gegenständen.

Ebenso deutet Mundgeruch auf Zahnprobleme hin.

Bewegungsapparat

Schmerzen im Bewegungsapparat sind relativ häufig. Hierzu führen sowohl akute Verletzungen als auch chronische Erkrankungen von Skelett oder Muskulatur. Die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke ist eingeschränkt.

Die Schonhaltung ist ein sehr deutliches Schmerzanzeichen. Hierbei wird die betroffene Gliedmaße möglichst wenig belastet – der Hund humpelt oder lahmt. Lahmheit kann dauerhaft oder zeitweise auftreten.

Langfristig führt eine (auch minimale) Schonhaltung zu Muskelverspannungen. Dies führt wiederum zu Verhärtungen der Muskulatur. In Folge treten Muskelreduzierungen im geschonten Bereich und Muskelverstärkungen in den mehr belastetet Bereichen auf. Durch weniger Bewegung reduziert sich die Muskelmasse insgesamt.

Bestimmte Bewegungen werden vermieden oder reduziert. Das kann sich z. B. in einer eingeschränkten Schwanzbewegung oder nur unvollständigem „Durchschütteln“ (z. B. wenn der Hund nass ist) zeigen (das Durchschütteln erfolgt i.d.R. komplett vom Kopf bis zur Schwanzspitze). Oder der Hund hebt das Bein nicht mehr beim Markieren oder wankt beim Beinchen heben. Auch wenn der Hund sich nach einer Ruhephase nicht mehr durchstreckt (strecken von Vorder- und Hinterbeinen), deutet dies auf Gelenkprobleme hin.

Treppen steigen o.ä vermeidet der Hund. Das kann z. B. bedeuten, dass er abends nicht wie gewohnt ins Schlafzimmer in der oberen Etage folgt oder dass er nicht mehr abends auf die Couch zum Kuscheln kommt. Hat er Schwierigkeiten ins Auto zu springen, kann sich dies etwa dadurch äußern, dass er schon auf dem Weg zum Auto langsamer wird.

Manchmal hat der Hund auch nicht mehr die Kraft/Möglichkeit, Extremitäten adäquat zu bewegen. Die Folge sind Pfoten schleifen und / oder ungleichmäßige Abnutzung der Krallen. Der Gang wirkt steif, staksig oder wankend. Die Hunde wirken verkrampft in Haltung und Bewegung.

Nach Ruhepausen fällt das Aufstehen schwer oder Positionswechsel sind schmerzhaft. Dies wird z.T. mit Stöhnen oder Schnaufen unterlegt. Der Hund züngelt beim Aufstehen (oder Hinlegen). Nach Ruhe wirkt das Laufen vorsichtig oder es ist deutliches humpeln erkennbar. Nachdem der Hund sich mehr oder weniger lange bewegt hat, verbessert sich jedoch manchmal das Laufbild (bis hin zu keinen wahrnehmbaren Veränderungen).

Andererseits können nach Belastungen deutliche Schmerzanzeichen (z. B. Humpeln, Pfoten schleifen, Aggression) erkennbar sein.

Der Hund sieht schmerzende Stellen an oder schnappt spontan (bei stechenden Schmerzen) danach. Die schmerzenden Gelenke werden gerne, sofern erreichbar, intensiv beknabbert oder gekratzt. Gut erreichbar sind vor allem die Pfoten.

Schmerzhafte Gelenke sind berührungsempfindlich. Zum Teil sind diese Stellen auch erwärmt und / oder der Hund sucht oder meidet Wärme / Kälte. Bewegt man die Gelenke, reagiert der Hund mit Schmerzanzeichen.

Untypische Kopfhaltungen, wie Schiefhaltung oder gesenkter Hals-Kopfbereich deuten auf Rücken-/ Nackenproblem hin. Der Hund hat teilweise einen „hochgezogenen“, angespannten Rücken, er „buckelt“.

Die Rutenhaltung ist nicht normal (sondern schräg) oder die Rutenbewegung ist verändert (ein stets kreiswedelnder Hund wedelt nur noch vertikal).

Bei Problemen der hinteren Extremitäten / Wirbelsäule ist die Hinterhand geschwächt und deren Muskulatur reduziert. Drückt man seitlich gegen den stehenden Hund bietet er kaum Widerstand oder verliert das Gleichgewicht.

Auf der Seite der Thieme-Verlags-Gruppe „Videos Lahmheitsuntersuchung beim Hund“ sind sowohl verschiedene kurze Videos mit Erklärungen zu Untersuchungen der Extremitäten als auch Gangbeispiele zusammengestellt.


Quellen (Auszug):

[1] Hölscher A. Schmerzerkennung beim Hund. Tierisch gut! Die Zeitung der KleintierKlinik Hannover Hannover 2013
[2] Erste Hilfe beim Hund: Gebetsstellung auf der Website: Erste Hilfe beim Hund von Silvia und Uwe Kaczmarek GbR

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naseweisbz.net

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